„Echte Schönheit ist unperfekt“
Lisa Scharff ist als erste Make Up-Künstlerin Deutschlands komplett auf Naturkosmetik umgestiegen. Seit gut fünf Jahren schminkt sie Stars wie Jessica Schwarz und Mogli für verschiedene deutsche Magazincover und Werbekunden. Gegen alle Vorurteile auf rein pflanzlicher Basis.
Welchen vermeintlichen Schönheitsfehler finden Sie wunderschön?
Falten. Sie erzählen eine Geschichte und geben einem Gesicht Charakter und Persönlichkeit.
Gibt es etwas, das Sie früher an sich nicht mochten, und das Sie heute besonders hübsch finden?
Meine Nase! Früher fand ich sie viel zu breit, heute finde ich sie genau richtig zu meinem Gesicht.
Wann hat Sie Ihr Beruf Neues über Ihren Blick auf Schönheit gelehrt?
Das passiert ständig! Ich habe in den vergangenen Jahren gelernt, dass Schönheit unperfekt ist. Jeder und jede von uns trägt natürliche Schönheit in sich. Manchmal braucht es nur einen kleinen Stups, um sie selbst zu sehen – und dann auch auszustrahlen.
Welche Rolle spielt Ernährung für unsere Optik?
Eine Essentielle! Gutes Aussehen hat wahnsinnig viel mit Ausstrahlung – aber auch mit Gesundheit zu tun. Deshalb halte ich die eigene Denkweise – das Mindset, die Kosmetik, Bewegung, Schlaf und eben auch Ernährung für die wichtigsten Bausteine natürlicher Schönheit.
Welche sind die gängigsten Vorurteile gegenüber Naturkosmetik?
Oft wird vermutet, dass Naturkosmetik nicht so gute Ergebnisse erzielt wie konventionelle Produkte. Das stimmt so nachweislich nicht. Und auch die Zeiten des verstaubten Öko-Looks sind ganz klar vorbei.
Welche Lieblingsprodukte würden Ihnen persönlich sehr fehlen?
Meine abendliche Reinigungsroutine mit einem warmen Waschlappen, einem Serum oder Rosenwasser und einem Hautmassage-Ritual mit Gua-Sha Stein und Gesichtsöl. Und morgens: Lippenstift! Selbst im Homeoffice oder generell ganz für sich selbst verändert der manchmal die ganze Stimmung. Pendant für alle, die keine Farbe auf den Lippen wollen, könnte zum Beispiel ein Duft sein.
Dieses Interview ist zuerst in der gedruckten Ausgabe von 30 Grad im Frühjahr 2021 erschienen. Das Heft ist hier kostenfrei zu abonnieren.